Kirche Wulkow

Wulkow

Die Dorfkirche von Wulkow ist ganz klassisch im Zentrum des Dorfs gelegen, mitten auf dem Kirchhof. Unaufdringlich, aber sichtbar und spürbar erinnert ihre Lage daran, dass die Kirche einst den Mittelpunkt des dörflichen Lebens prägte.

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Die spätgotische Kirche, die 1541 das erste Mal schriftlich erwähnt wird, ist ein einfacher rechteckiger Saalbau mit einem hohem westlichem Dachturm. Von diesem quadratischen geschieferten Turm mit seinem hohen achteckigen Spitzhelm ist bekannt, dass er immer wieder, so in den Jahren 1700, 1752 und 1827, erneuert werden musste. Die Wände der Kirche sind Mischmauerwerk, bestehend aus gespaltenen Feldsteinen und Ziegelbruchstücken.

Auffallend ist der Ostgiebel dieser bemerkenswerten, aber meist gar nicht zur Kenntnis genommenen Ruppiner Landkirche.  Der obere Teil ist als Ziergiebel gestaltet, mit gestaffelten Rundbogenblenden zwischen schmalen, kantigen Pfeilern, die über die Dachlinie hinausschießen. Die beiden Rundbogenfenster an der Ostwand wie auch die drei großen Fenster der Längsseiten sind Veränderungen, die im 18. Jahrhundert vorgenommen wurden. Ebenso der Gruftanbau auf der Südseite. Der bekam 1850 zudem eine Schaufassade mit einem Relief des segnenden Christus.

Im etwas gedrungen wirkenden Innenraum prägen der aus dem Jahre 1709 stammende Kanzelaltar und die aus dem gleichen Jahr stammende sechseckige Taufe mit Gemälden Christi, der vier Evangelisten und Melchanchthons die spirituelle Atmosphäre des Ortes. Ein Eindruck, der durch das vollständig erhaltene Gestühl aus dem 18. Jahrhundert noch einmal verstärkt wird.

Landwirtschaft prägte die Gegend als die Kirche entstand, und bis heute sind hier landwirtschaftliche Betriebe ansässig. Die Apostel Petrus und Paulus die in der Kirche rechts und links des Altars dargestellt sind, galten früher in ländlichen Regionen als “Wetterherren”:

“Regnet’s am Sankt Peterstag, drohen 30 Regentag.”
“Ist es schön an Peter und Paul, füllt’s uns die Taschen und das Maul.”
Das Thema Landwirtschaft gewinnt derzeit an Aufmerksamkeit und Bedeutung.

Der Boden ist mir heilig!

Der Boden ist mir heilig!

Was ist Regenerative Landwirtschaft? Hannes Deter erklärt seine Sicht

”Was ist Regenerative Landwirtschaft?

Eine neue „alte“ Art das Land (den Boden) zu bewirtschaften.

Besser gesagt: „Landwirtschaft anders zu denken und zu leben.“

Was ist der Kern dieser Bewirtschaftung?

Die Bodenfruchtbarkeit zu fördern und Humus aufzubauen. Die Degradierung der Böden durch übermäßige Bearbeitung, Wind- und Wassererosion zu stoppen und umzukehren hin zum Bodenaufbau, denn dieser ist auf der Erde unvermehrbar!

Wie geht das?

Mit konkreten Maßnahmen die wir umsetzen:

  • „immergrüne“ bzw. bedeckte Felder durch Untersaaten und Zwischenfrüchte
  • Diversität auf die Felder bringen, durch eine vielfältige Fruchtfolge und Mischfruchtanbau (Sommergerste und Leindotter, Ackerbohne und Hafer, Winterrogen und Wicken)
  • Die Intensität und Häufigkeit der Bodenbearbeitung werden stark reduziert.
  • Die hofeigenen Wirtschaftsdünger, wie Gülle und Mist, werden gezielt und vorwiegend nur noch in wachsende Pflanzenbestände eingebracht und nicht mehr in den nackten Boden eingearbeitet.
  • Wir verwenden natürliche Hilfsmittel, wie Komposttee, Effektive Mikroorganismen und Gesteinsmehle zur Förderung des Bodenlebens. Denn in einer Handvoll gesunder Erde leben mehr Lebewesen als Menschen auf der gesamten Welt!
  • Den Boden durch gezielte Düngemaßnahmen in’s Nährstoffgleichgewicht bringen.

Was haben wir davon?

  • Geringerer Stress bei unseren Pflanzen in Extremsituation, wie Dürre, Hitze und Frost
  • Starke Reduktion von Bodenerosion bei extremen Wind- und Niederschlagsereignissen
  • Höheres Wasserspeichervermögen des Bodens
  • Geringer Einsatz von synthetischen Dünge- und Pflanzenschutzmitteln
  • Ertragsstabilität unserer Kulturen
  • Grundwasseraufbau und hohe Trinkwasserqualität
  • Gesunder Boden > gesunde Pflanze > gesundes Tier > gesunder Mensch

Regenerative Landwirtschaft ist auch ein Thema für den eigenen Garten – auch da können Sie etwas für bessere Böden und ein intaktes Ökosystem tun.

Heiliger Boden (von Stefan Fulz)

Exodus 3,5

Der Herr sagte: Komm nicht näher heran! Leg deine Schuhe ab; denn der Ort, wo du stehst, ist heiliger Boden.

Mose bekommt von Gott den Auftrag, das Volk Israel ins gelobte Land zu führen. Doch zuvor erfährt er, dass die Weide, sein Arbeitsplatz in Ägypten, heiliger Boden ist. Er soll die Schuhe ausziehen, achtsam sein gegenüber dem Boden, ihn spüren mit seinen Füßen.

Unsere Vorfahren, die in einer agrarischen Gesellschaft heranwuchsen, lebten in einer innigen Verbindung mit Gott und mit der Natur. Für uns sind diese Zusammenhänge in vielerlei Hinsicht längst nicht mehr erfahrbar. Und vielleicht haben wir damit auch – um es einmal salopp zu formulieren – den Boden unter den Füssen verloren.

Unser täglich Brot erbitten wir uns nicht mehr von Gott, wir kaufen es, wie auch alle anderen Nahrungsmittel, in Supermärkten oder vielleicht in Bioläden.

An den Boden, auf dem all diese „heiligen Gaben“ wachsen, denken wir dabei vermutlich selten. Wir wissen nicht ob er sorgsam behandelt oder „vernutzt“ wird.
Der Boden ist unter den gegenwärtigen Eigentumsverhältnissen, vor allem eines: eine Ware. Jeden Tag werden 52 Hektar zu Bauland, die Hälfte davon wird versiegelt. Fast 60% der Agrarflächen sind im Eigentum von Nichtlandwirten. Die Preise für Boden sind explodiert und für Landwirt*innen oft kaum noch bezahlbar. Der Boden ist, ebenso wie seine Früchte, zu einem Spekulationsobjekt geworden.

Politisch und gesellschaftlich stellt sich die Frage: Brauchen wir nicht eine Bodenreform?
Zugleich stellt sich die Frage unseres ganz persönlichen Umgangs mit der Natur und mit Lebensmitteln?

Wenn im Herbst in den ländlichen Regionen unseres Landes Erntedankfeste gefeiert werden, spürt man zuweilen noch die Relikte einer innigeren Naturverbundenheit und spürt etwas von der Dankbarkeit und Heiterkeit der Menschen über die göttlichen Gaben.

In einer Handvoll guter Erde leben mehr Organismen als Menschen auf der Erde. Wir kennen ca. 1 % davon.

Schenken wir dem Boden wieder unsere Aufmerksamkeit um das „Heilige“ in ihm wahrzunehmen.  Und tragen wir unseren Teil dazu bei, dass er erhalten bleibt für die zukünftigen Generationen.

Unser nächstes Ziel: Die Kirche inWuthenow

Von Wulkow nach Wuthenow (4km)

Über den Nietwerder Weg kommt Ihr auf einem Radweg nach Nietwerder. Dort geht es neben einer mäßig befahrenen Straße (Richtung Neuruppin) geradeaus weiter. Nach 2-maligem Linksabbiegen seid Ihr auf der Straße nach Wuthenow. Diese muss überquert werden, um auf den Radweg zu gelangen. In Wuthenow links halten zur Kirche.